Welches Regelwerk beschreibt die Art und Ausführung einer Abdichtung im erdberührten Bereich, sowie horizontaler oder schwach geneigter Flächen eines Neubaus?

Die DIN 18195 ist das verantwortliche Regelwerk im Bereich des Neubaus. Im Teil 2 der Norm, der sog. „Stoffnorm“, werden die zur Abdichtung möglichen Materialien beschrieben. Der Teil 4 erläutert den Lastfall „Bodenfeuchte“ und „nicht aufstauendes Sickerwasser“ für erdberührte Bauteile. Im Teil 5 der Norm sind die Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen beschrieben. Der Teil 6 der DIN 18195 regelt die Abdichtung gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser.
Hilfestellungen bietet hier die „KMB-Richtlinie“ der Deutschen Bauchemie.



Welche Aufgabe hat eine Bauwerksabdichtung?

Die Abdichtung erdberührter Bauteile hat die Aufgabe ein Bauwerk dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen und den Innenraum höherwertig nutzbar zu machen. Die zu verwendenden Abdichtungsprodukte und Systemkomponenten müssen untereinander kompatibel und aufeinander abgestimmt sein. Sowohl Spritzwassersockelabdichtungen als auch Wanddurchführungen (Rohre und Kabel) und der Übergangsbereich von der vertikalen in die horizontale Fläche müssen so ausgeführt werden, dass ein sicherer und dauerhafter Schutz vor Feuchtigkeit gegeben ist.


Welche Produkte / Materialien sind zur Abdichtung nach DIN 18195 zugelassen?

Nach DIN 18195 – Teil 2 sind folgende Materialien geregelt: heiß zu verarbeitende Klebemassen und Deckaufstrichmittel, Asphaltmastix und Gussasphalt, Bitumen- und Polymerbitumenbahnen, Kunststoff- und Elastomerbahnen, sowie kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung, z.B. COMBIFLEX-EL (Tabelle 1-6). Des Weiteren die mineralische, rissüberbrückenden und nicht rissüberbrückenden Dichtungsschlämmen (MDS - Tabelle 7), z.B. AQUAFIN-RS300, sowie die Flüssigkunststoffe für die Bauwerksabdichtung (FLK – Tabelle 9). Materialien, die in Tabelle 1-6 beschrieben sind, dürfen zur Abdichtung in den Lastfällen DIN 18195 Teil 4-6 eingesetzt werden. Die in Tabelle 7 und 9 beschriebenen Materialien sind bis dato nur für den Lastfall DIN 18195 Teil 7 freigegeben.


Was ist eine „Weiße Wanne“

Bei einer „weißen Wanne“ handelt es sich um ein Bauwerk aus wasserundurchlässigem Beton. Nach Deutschem Ausschuss für Stahlbeton sind diese teilweise oder vollständig erdberührt. Der Beton übernimmt ohne zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen sowohl lastabtragende, als auch abdichtende Funktion. Fugen und Durchführungen sind mit geeigneten Maßnahmen ggf. abzudichten. Die Konstruktion und Planung wasserundurchlässiger Bauwerke aus Beton bedarf besonderer Sorgfalt und muss in Abstimmung mit den aktuellen Regelwerken erfolgen. Neben der Konsistenz des Betons kommt dabei der Ausbildung von Fugen und der Vermeidung von Rissen durch Bemessungen der Bewegung besondere Bedeutung zu.


Was sind „Alternative Abdichtungen“?

Gegenüber den allgemein anerkannten Regelwerken definierten Abdichtungsstoffen und -verfahren gibt es auch alternative Abdichtungen. Dazu gehören Abdichtungsmaterialien die nicht in der DIN 18195 aufgelistet sind. Hier sind vor allem die mineralischen Dichtungsschlämmen zu nennen, z.B. AQUAFIN-2K/M. Diese Abdichtungsmaterialien werden seit vielen Jahrzehnten zur Sanierung eingesetzt und haben sich in der praktischen Anwendung bewährt – sie entsprechen den „allgemein anerkannten Regeln der Technik“. In einschlägigen Regelwerken wie den Merkblättern der W T A oder der Deutschen Bauchemie werden diese Materialien beschrieben. Sollen diese alternativen Abdichtungen auf Wunsch des Verarbeiters zur Abdichtung im Neubau eingesetzt werden, muss dies gesondert, schriftlich mit dem Auftraggeber vereinbart werden.


Welche Randbedingungen bestimmen den Lastfall nach DIN 18195, der auf ein erdberührtes Bauteil einwirkt?

Maßgeblich für den Lastfall nach DIN 18195 ist zum einen der Bemessung der Wasserstand, die Wasserdurchlässigkeit des angefüllten Bodens und der Einbau einer Drainage. Oberhalb des Bemessungswasserstandes tritt nur der Lastfall Bodenfeuchtigkeit und Sickerwasser auf, wenn das Verfüllmaterial stark wasserdurchlässig ist. Das anfallende Wasser übt keinen hydrostatischen Druck auf die Abdichtung aus. Ist der Boden jedoch wenig wasserdurchlässig, übt das Wasser zeitweise einen hydrostatischen Druck aus und man muss von aufstauendem- oder gar Druckwasser (höchster anzunehmender Grundwasserstand bei ≥ 30 cm unter Oberkante Betonsohle) ausgehen.
Das bedeutet, dass der Bemessungswasserstand, das Verfüllmaterial und die gegebenenfalls vorgesehene Drainung in die Konzeption, Planung und Ausführung einer Abdichtungsmassnahme einfließen muss.



Welche Anforderungen werden vor Ausführung einer Abdichtung an den Untergrund gestellt?

Zur Aufnahme einer Abdichtung sind zum Beispiel folgende Untergründe geeignet: Ziegel- und Kalksandsteinwand, Porenbetonsteine, Vollsteine aus Leichtbeton oder Beton. Mischmauerwerk, Beton oder Stahlbeton und Putze sind Beispiele für geeignete Untergründe. Alle genannten Untergründe müssen sauber, fettfrei, staubfrei und frei von allen weiteren haftungsmindernden Stoffen sein. Die Haftung des Abdichtungsmaterials am Untergrund, darf nicht negativ beeinflusst werden.


Warum sollte ich das ASO-Systemvlies-02 auf einer Bitumendickbeschichtung verwenden?

Bei dem ASO-Systemvlies-02 handelt es sich um eine Schutzmaßnahme. Empfohlen wird dieses zum:

• Schutz vor Beschädigung während der Reaktions-/ Trocknungsphase
• Verhinderung einer schnellen Hautbildung auf dem frischen Material die somit die Reaktions-/ Trocknungszeit verkürzt
• Schutz vor schiebenden oder abrutschenden Drainage- oder Dämmplatten.

Die Abdichtung wird sofort nach dem Herstellen in der Oberfläche geschützt. Nachfolgende Schutzschichten wie z. B. Perimeterdämmung werden nicht direkt auf der Dickbeschichtung verklebt. Das ASO-Systemvlies-02 bildet eine Gleitschicht, die im Falle des Abrutschens der Platten beim Verfüllen der Baugrube, eine Beschädigung der Abdichtung verhindern soll.



Welchen Voranstrich verwende ich unter COMBIDIC-1K?

ASOL-FE 1:5 mit Wasser verdünnt. Vor dem Auftragen von COMBIDIC-1K diesen Voranstrich durchtrocknen lassen.


Kann ich AQUAFIN-2K/M (weiß oder grau) auch maschinell verarbeiten?

Ja, z. B. mit der PFT-Swing. Die benötigten Ausstattungsmerkmale können Sie dem „Ausrüstungsplan AQUAFIN-2K/M“ entnehmen.


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